Oberstaufenbach im Wandel der Zeit

Oberstaufenbach liegt zwischen Kaiserslautern und Kusel an der Landesstraße L367 am Fuße des Potzberges im Reichbachtal, mitten im Musikantenland.

Oberstaufenbach wurde erstmals im Jahre 945 genannt. Namentlich wurde Oberstaufenbach erstmals in einer Urkunde 1393 erwähnt.

In dieser Urkunde bewidmete Graf Friedrich von Veldenz seiner Gemahlin Margareta von Nassau auf dem Reichenbacher und Theisbergstegener Amt gehörigen Dörfer; es folgt eine Aufzählung darunter auch Oberstaufenbach.

Die politische Zugehörigkeit wechselte im Laufe der Jahrhunderte häufig. Um das Jahr 1350 gehörte Oberstaufenbach zur Grafschaft Veldenz.

Um 1450 zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Um 1550 zum Fürstentum Pfalz-Veldenz und ab 1733 zur Kurpfalz. Nach dem Wiener Kongress 1815 kam Oberstaufenbach unter die Regentschaft von Bayern und nach dem 2. Weltkrieg zu den neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz.

Heute nach der Gebietsreform von 1972 gehört Oberstaufenbach zur Verbandsgemeinde Altenglan im Landkreis Kusel, der 16 Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von rund 11.000 Einwohnern angehören.

Die geographische Lage im Landkreis Kusel bedeutet die Zuordnung zu einer dünn besiedelten und wirtschaftsschwachen Region. Wir haben hier in Oberstaufenbach rund 90 % Pendler, die ihr Geld hauptsächlich im Raum Kaiserslautern verdienen. Unsere Gemeinde konnte ihre Einwohnerzahl von 164 im Jahre 1975 durch die Erschließung mehrerer Neubaugebiete fast verdoppeln. In Oberstaufenbach leben rund 120 Amerikaner.

Oberstaufenbach liegt im Nordpfälzer Bergland. Die Gemarkung weist eine bewegte Topografie auf. Die Höhenlagen schwanken von 240-400 m; die Ortslage liegt 254 m über dem Meeresspiegel.

Die Flächen unserer Gemarkung sind 10 % eben, 25 % geneigt, 45 % hängig und 20 % steil. Es überwiegen die mittleren Böden mit 70 %, während die leichten und die schweren Böden nur mit 20 % beziehungsweise mit 10 % vertreten sind.

Im Jahre 1975 kam durch einen Antrag von 8 Grundstückeigentümern und einem Gemeinderatsbeschluss vom 16.10.1975, die Einleitung eines Flurbereinigungsverfahrens zustande. Es war ein klassisches Verfahren, mit einer Bezuschussung von 87 %. Das gesamte Wegenetz wurde im Verfahren neu trassiert und angelegt. Rund 5 km Wirtschaftswege wurden mit einer Schwarzdecke befestigt und ein Fuß- und Radweg von Oberstaufenbach nach Niederstaufenbach gebaut. Ferner wurde unser Neubaugebiet „Hahnwege" vermessen, parzelliert und die Erschließungs¬wege im Erdbau angelegt. Gleichzeitig wurde ein Teil unserer Ortslage vermessen.

Unsere Gemarkung umfasst eine Fläche von 268 ha, davon sind 211 ha landwirtschaftliche Nutzfläche mit 170 ha Acker und 40 ha Grünlandanteil. Dazu kommen rund 35 ha Wald.

Als Flurbereinigungsgemeinde wurde Oberstaufenbach im Rahmen des sogenannten Zukunftsinvestitionsprogrammes als Dorferneuerungsgemeinde anerkannt. Als wichtigste Maßnahme wurde unser Dorfplatz in der Ortsmitte geschaffen und gestaltet. Es wurde eine offene Festhalle errichtet und Parkplätze geschaffen. So entstand ein ausreichend be¬messener Raum für die Abhaltung unserer Kerwe und anderer dörflicher Veranstaltungen. Zurzeit wird die offene Festhalle zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Eine natursteinverblendete Mauer mit integrierten Ortswappen wurde errichtet.

Eine Zierde unseres Dorfplatzes ist zweifelsohne unsere Brunnenanlage.

Daniel KuntzDen optischen Abschluss des Platzes bildet ein Kellergewölbe eines Hauses, über den die offene Festhalle errichtet wurde und die für Oberstaufenbach von besonderer Bedeutung ist. Hier stand das Geburtshaus des berühmten Musikers Daniel Kuntz, dass leider wegen seines schlechten Bauzustandes abgerissen werden musste.

Daniel Kuntz wurde hier am 19. April 1860 geboren und war einer von den Musikanten, die in der Zeit zwischen 1861 und 1922 hinaus in die Welt zogen, um Geld zu verdienen.

Daniel Kuntz gehörte zum Mitgründer des Bostener Symphonieorchesters, dem er 33 Jahre lang angehörte. Er genoss einen weltweiten Ruf. Das zeigte sich darin, dass er mit 31 Jahren vom Festspielhaus in Bayreuth als Violinsolist verpflichtet wurde. Er hatte somit wesentlichen Anteil daran, dass der Raum Kusel als Musikantenland weltberühmt wurde. Im Alter von 99 Jahren ist er in Bosten verstorben.

Auf der Heidenburg haben wir in schöngelegener Aussicht unsere Grillhütte in Eigenleistung gebaut, die sich großer Beliebtheit erfreut. Die Heidenburg ist seit dem 19. Jahrhundert im Volksmund als Römerkastell bekannt. Seit ungefähr dem Jahr 1855 wurde die Melaphyr-Geländekuppe als Steinbruch abgebaut. Es wurden Pflastersteine hergestellt, die bis nach Frankreich verkauft wurden. Seit dem Jahr 1862 wurde das gemeindeeigene Gelände an verschiedene Pächter vergeben. Die beachtlichen Pächtererlöse führten für unsere kleine Gemeinde damals zu einem gewissen Wohlstand. Erst im Jahr 1885 fanden überhaupt archäologische Untersuchungen und eine Vermessung der noch erhaltenen Reste statt. Zu diesem Zeitpunkt waren gut dreiviertel der Anlage unbeachtet dem Steinbruch zum Opfer gefallen. Nach den Aussagen von Steinbrucharbeitern konnten wenigstens der Verlauf der Ringmauer rekonstruiert werden. Demnach handelt es sich bei der Heidenburg um eine ovale Befestigung mit nahezu gerade verlaufender Südmauer.

Die Ringmauer hatte eine Breite von 1,50 m bis 1,80 m und eine Längsausdehnung von ca. 100 m und eine Breitenausdehnung von ca. 69 m. Offenbar standen nur in dem 1855 noch erhaltenen Südteil Gebäude. Ein Brunnen von 0,90 m Durchmesser konnte an der Südseite auf 40 m Tiefe verfolgt werden, ohne dass die Sohle erreicht werden konnte. In der Südostseite konnten zwei Gebäude nahezu vollständig, von einem Dritten nur noch eine Mauer beobachtet werden. Die Verwendung von vermörtelten Mauerwerk sowie das fehlen von eindeutigem römischen Siedlungsmaterial lassen einen begründeten Zweifel an der römischen Zeitstellung aufkommen.

Vielmehr handelt es sich nach dem Zeugnis von Funden um eine des 11. und 12. Jahrhunderts hochmittelalterliche Burganlage, ohne dass besitzrechtliche Verbindungen zu adeligen Personen bekannt wären.

Mit den Bau unserer Einsegnungshalle in Eigenleistung wurde Ende Oktober 1994 begonnen und nach einer Bauzeit von einem Jahr im November 1995 am Totensonntag eingeweiht. Die Baukosten betrugen 190.000 DM. Die Gemeinde bekam einen Zuschuss von 85.000 DM, der Rest wurde durch Spenden unserer Bürger und Vereine sowie durch erbrachte Eigenleistungen finanziert.

Unsere Gemeinde, die einmal von der Landwirtschaft geprägt war, hat sich zur Wohngemeinde gewandelt, was durch die rege Bautätigkeit begründet ist.


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karo  News November 2014